Pflastersteinauswahl

Es kommt nicht nur auf die Farbe des Pflastersteins an, sondern auch auf die Formgebung und deren unterschiedliche Formate. So muss die Optik natürlich Ihren Vorstellungen entsprechen, das Rastermaß des Steins sollte aber auch in Ihrer Planung berücksichtigt werden. So vermeiden Sie unnötige Schneidearbeiten und die Pflasterflächen ergeben ein harmonisches, ausgeglichenes Bild.
Wichtig in der Planung und Auswahl ist es auch die Beanspruchung der zu pflasternden Flächen zu berücksichtigen. Ist es ein reiner Gehweg? Wird die Fläche mit PKWs oder gar LKWs befahren?
Für eine sehr starke Belastung ist nicht jedes Pflaster geeignet.
Bestimmte Verlegemuster beeinflussen die Stabilität enorm. Diagonal zur Fahrtrichtung verlegte Pflastersteine bewirken zum Beispiel einen besseren Lastabtrag als quer oder längs zur Fahrtrichtung verlegte Steine. Der Fischgrät-Verband bietet den besten Lastabtrag.

 

Verlegemuster

Für unsere Pflastersorten finden Sie hier die jeweiligen Verlegemöglichkeiten.
KLB Gala Verlegemuster

 

Das Pflasterbett

Die nicht tragfähigen Bodenschichten (Mutterboden, Lehm, Bims) müssen bis auf das Planum (tragende Bodenschicht) abgetragen werden. Die Mindesttiefe bis auf das Planum beträgt 35 cm ab späterer Oberkante Pflasterstein. Der Grundaufbau ab dem Planum ist die Tragschicht aus frostsicherem Material wie Schotter, Kies oder Lava in der Körnung 0/32 oder 0/40. Dann kommt das Pflasterbett aus Sand oder Splitt. Um die Tragfähigkeit zu erhöhen sollten das Planum und die anschließende Tragschicht auf jeden Fall mit einer geeigneten Rüttelmaschine nacheinander verdichtet werden. Das Pflasterbett mit einer Dicke von 4 – 5 cm besteht aus einem Brechsand-Splitt-Gemisch in der Körnung 0/5.
Damit später Wasser abfließen kann, sollten mindestens 2 – 3% Gefälle vom Haus abfallend eingebaut werden. Schon beim Aushub der Bodenschicht sollte dies geschehen, damit beim Einbringen der Tragschicht und des Pflasterbetts keine Höhenprobleme entstehen.
Das Pflasterbett ist mindestens 1 cm höher anzulegen, da Unebenheiten zwischen den Steinen nach dem Pflastern mit der Rüttelmaschine ausgeglichen werden können und sich das Pflasterbett damit gleichzeitig verdichtet und auf Endhöhe absenkt.
Das Pflasterbett muss gleichmäßig abgezogen werden, denn Höhenunterschiede können beim Abrütteln der Pflastersteine nicht mehr ausgeglichen werden. Randsteine sollten gleichzeitig mit den Pflastersteinen gesetzt werden, damit das Rastermaß der Steine exakt am Randstein endet. Dadurch werden unnötige Schneidearbeiten vermieden.

 

Aufbau:
Pflasterfläche
Pflasterbett, 4-5 cm Brechsand-Splitt-Gemisch
Tragschicht, min. 25 cm (Kies, Schotter oder Lava 0/32 oder 0/40)
Planum, (Untergrund bzw. tragendes Erdreich)

 

Rahmungen

Pflasterflächen sollten stets mit einer Rahmung oder mit einem Läuferverband sauber abgeschlossen werden. Rundungen oder Ränder erhalten dadurch eine gestalterische Aufwertung.

 

Homogene Farbverteilung

Bei der Verlegung sollten Sie darauf achten, dass die Pflastersteine nicht lagenweise sondern scheibenweise von unterschiedlichen Paletten entnommen werden. Hiermit erreicht man insbesondere bei nuancierten aber auch bei einfarbigen Pflastern eine homogene Farbverteilung.

 

Fugen und Abrütteln

Ein Fugenabstand von ca. 3 – 5 mm sollte beim Verlegen von Betonpflastersteinen grundsätzlich eingehalten werden. Ein direktes aneinander Verlegen ist zu vermeiden. Pflasterflächen sollten an allen Seiten mit Randsteinen, Palisaden oder Mauerwerk eingefasst sein, um beim Abrütteln ein seitliches Abwandern oder Verschiebungen vorzubeugen.
In die Fugen des fertig verlegten Pflasters wird trockener Sand, bei Sickerpflaster Splitt, eingefegt. Achtung: Pflasterflächen ohne Verfugung dürfen auf keinen Fall abgerüttelt werden. Der Einkehrsand ist vor dem Abrütteln zu entfernen (abzukehren). Nach dem Verfugen werden die trockenen Pflastersteine mit einem auf die Dicke und Beschaffenheit der Unterlage abgestimmten Flächenrüttler mit PVC-Gleitvorrichtung abgerüttelt. Die PVC-Gleitvorrichtung schont die Oberfläche der Steine. Nach dem Verdichten wird die Fläche nochmals mit Sand und Wasser eingeschlämmt, um die Fugen vollständig zu verfüllen.
Direkt im Anschluss müssen Rückstände des Fugenfüllmaterials, speziell dunkle Sande auf hellen Oberflächen, entfernt werden. Sie sollten abgefegt und / oder mit Wasser abgespült werden. Feinstanteile des Fugenmaterials könnten sonst in die Steinoberfläche eindringen und langfristig Verschmutzungen oder Grauschleier verursachen.
Achtung: Lang- und großformatige Betonpflastersteine – zum Beispiel 56 x 21 cm ¬– sind nur mit einem kleiner dimensionierten Flächenrüttler mit maximal 130 kg in Längsrichtung zu verdichten.
Die Rüttelfrequenz sollte sehr hoch eingestellt sein, um ein Springen des Rüttlers auf der Pflasteroberfläche zu vermeiden. Es besteht sonst die Gefahr, dass Pflastersteine brechen.

 

Einsatz von Filterpflaster

Vor dem Einsatz von Filterpflaster sollten Sie prüfen inwieweit der Untergrund Wasser versickern lässt. Ein ausgesprochen lehmhaltiger Boden eignet sich für diese Pflasterart nicht. Kies- und Sand-Böden sind dafür optimal geeignet.
Der Tragschicht kommt eine besondere Funktion zu, sie soll das Regenwasser aufnehmen und an den Untergrund weiterleiten. Auf einer Verkehrsfläche müssen mindestens 270 Liter/Sekunde x Hektar Oberflächenwasser vollständig versickern. Je nach Untergrund sollte eine dickere Tragschicht als Sickerspeicher eingebaut werden. Die Pflasterfläche muss später ein Gefälle von ca. 1 % aufweisen, damit immer noch Oberflächenwasser trotz Filterpflaster abfließen kann. Das Pflasterbett ist aus Splitt der Körnung 2/5 oder 1/3 aufzubauen, um das Wasser aufnehmen und weiterleiten zu können.

 

Filterpflaster aus haufwerksporigem Beton

Im Vergleich zu anderen sickerfähigen Pflastersteinen muss keine breite Sickerfuge angelegt werden. Es reicht die für Betonsteinpflaster vorgeschriebene Fugenbreite von 3 – 5 mm.
Achtung: Die Fugen sollten auf keinen Fall mit Sand bzw. Nullanteilen (z.B. 0/1) gefüllt werden. Feines Material verstopft sonst das offenporige Steingefüge.
Geeignet ist z.B. Splitt in den Körnungen 0,5/1 oder 1/3 mm.
Auf haufwerksporigen Betonsteinflächen dürfen keine Taumittel zum Einsatz kommen.

 

Pflasterbehandlung nach neuer Verlegung

In den ersten drei Monaten sollten neu verlegte Pflasterflächen nur von Hand gefegt werden, danach kann mit Kehrmaschinen gefegt werden. Kehrmaschinen mit Saugwirkung dürfen erst nach einem Jahr zum Einsatz kommen, wenn sich die Fugen verfestigt haben.

Allgemeine Reinigung von Pflasterflächen

Verschmutzungen durch zum Beispiel Erdreich oder Umwelteinflüsse lassen sich leicht mit fließendem Wasser und einer Bürste oder hartem Besen reinigen. Stark abfärbende Verunreinigungen durch Laub oder Blütenblätter können durch ein zeitnahes Entfernen vermieden oder minimiert werden. Mit einem handelsüblichen, neutralen Seifenreiniger können stärkere Verschmutzungen behandelt werden. Für Öl, Fett oder Grünbelag bietet der freie Handel viele Spezialreiniger, die für Betonsteine geeignet sind. Für diese handelsüblichen Mittel und deren Auswirkungen auf unsere Produkte können wir keine Gewehr geben. Wir empfehlen Ihnen die KLB-Pflegeprodukte auf unserer Webseite.
Achtung: Reinigen Sie Pflasterflächen und Palisaden auf keinen Fall mit einem Hochdruckreiniger!
Durch den hohen Wasserdruck wird die Steinoberfläche nach und nach geschädigt und aufgeraut. Schmutz kann sich im Anschluss noch viel besser festsetzen und tiefer in den Stein eindringen. Außerdem wird das Fugenmaterial ausgeschwemmt und muss komplett erneuert werden.